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Ich habe verstanden.

Motivation

Was ist Motivation?

Das Wort Motivation kommt vom Ursprung her von dem lat. Wort „movere“ für „bewegen“. Es ist sozusagen die Summe der Antriebe, Gründe  oder  Bewegungen etwas zu tun!
Zusammengefasst kann man auch sagen, dass die Motivation die Gesamtheit verschiedener einzelner Motive (Beweggründe) ist, die sich aus einer Handlung begründen. Diese lösen dann ein entsprechendes Verhalten aus. Wenn wir meinen: „Er“ oder in unserem Fall „der Hund“ hat keine Motivation, dann meinen wir umgangssprachlich:  „Der Hund hat keine Lust - etwas zu tun!“ Aber so einfach können wir es uns nicht machen. Aus diesem Grund  möchte ich noch ein bisschen tiefer in die Motivationsarten gehen. Zuerst unterscheiden wir zwischen der sog. Primärmotivation und Sekundärmotivation.

Primärmotivation:

Primärmotivation (intrinsische Motivation) können wir auch als sog. Urtrieb, angeborenen Trieb oder Handlungsbereitschaft bezeichnen, der generell einen befriedigenden inneren Zustand (ein Glücksgefühl) nach sich zieht. Verursacht, durch bestimmte Aktivitäten unseres Gehirns (z.B. Ausschüttung von Dopamin). Meist ist hier ein Verhalten gemeint, welches sich auf überlebenswichtige Bedürfnisse stützt.

königspudel jagdverhaltenWie z.B.

•    Jagdverhalten: z.B. Hetzen von Beute, Fährten oder Stöbern

•    Sexualverhalten und nach meiner Auffassung auch

•   Territorialverhalten (z.B. Bewachen des Grundstücks, Schnüffeln im Revier)
Gerade ein auf diese Motivationsart gestütztes Verhalten ist meist besonders stark ausgeprägt, da sich durch die Ausschüttung von Dopamin, dieses Verhalten selbst belohnt.

Der Hund lernt damit - > wenn ich einem Hasen oder Ball nachjage ->bekomme ich diesen wunderbaren „Dopamin Regen“ und es geht mir gut!

 

Hat der Hund kein ausgeglichenes Verhältnis von "Glücksgefühlen", sucht er sich eigene Ersatzhandlungen, die ihn glücklich machen und Dopamin ausschütten.

Wenn Sie sich jetzt denken: Na, das kann ich aber wirklich nicht brauchen, dann täuschen Sie sich...

„Dosis sola venenum facit - Allein die Menge macht das Gift" (Paracelsus)


Richtig angewandt, ist die „Primärmotivation“ die stärkste Art zu motivieren und die o.g. Beispiele sind natürlich nicht vollständig. Es gibt viele weitere, für Ihren Hund individuelle Primärmotivationen:

Schätze, die Sie lernen zu finden - zu erkennen- und auszugraben.


Sekundäre Motivation:

Die sekundäre Motivation (oder auch extrinsische Motivation) hingegen hat das Ziel etwas „von außen“ in unserem Fall von Ihnen (dem Hundehalter) zu bekommen oder etwas zu vermeiden.
Da wir in diesem Fall ein bestimmtes Verhalten des Hundes verändern (oder neu lernen) möchten, trenne ich diese Verhaltensverstärker nochmals in Positive Verstärker und Negative Verstärker auf. Um es nicht unnötig kompliziert zu machen, beschränke ich mich bei meinen Beispielen im Falle des positiven Verstärkers auf das Hinzufügen von Belohnung und im Falle des negativen Verstärkers auf das Hinzufügen von Strafe.

 

positive verstärkung hund

 

 

Positive Verstärker (Belohnung):

Ist alles, was „Ihrem Hund“ Spaß macht, Futter, Lieblingsspielzeug, Spiel (Interaktionen) mit ihnen, Aufmerksamkeit. Ob es "tatsächlich" eine Belohnung für Ihren Hund ist, erkennen Sie daran, dass das gewünschte Verhalten zukünftig öfter gezeigt wird.
Was Ihren Hund positiv motiviert, können Sie nur durch Beobachten, Beobachten und Beobachten herausfinden! Diese Art der Motivation ist schlicht und ergreifend Fleißarbeit für Herrchen und Frauchen…

 


Negative Verstärker (Strafe):

Die Motivationsgrundlage für dieses Verhalten, möchte ich jetzt mal mit dem umgangssprachlichen Begriff der „Meidemotivation“ beschreiben, da sie so schön das rhetorische Stilmittel des Oxymorons beinhaltet, denn im Normalfall „bewegt“ sich da nichts mehr!

Der Hund lernt im theoretischen Idealfall durch das Gefühl der Angst, wie er durch gezieltes „vermeiden“ einer Handlung einem Strafreiz, z.B. Leinenruck entgehen kann.

Dass dieser theoretische Idealfall allerdings nur sehr selten zum - vom Menschen gewünschten - Erfolg führt, liegt daran, dass auch dieser Einsatz von Verstärkern lerntheoretischen Grundsätzen unterliegt, die nur selten vollständig eingehalten werden können oder in den tierschutzwidrigen Bereich fallen.

Unabhängig von moralischen Grundsätzen, ist alleine aus diesem Grund,
diese Art des Verstärkers unbedingt abzulehnen.

Nach § 11 TSchG zertifizierte Hundeschulen
würden sogar ihre Betriebslizenz verlieren!!!

 

Alle diese Motivationsarten ziehen eine bestimmte Handlung bzw. ein bestimmtes Verhalten nach sich, ob sie nun vom Hundehalter gewünscht sind oder auch nicht. Ob wir erreichen, das gewünschte Verhalten beim Hund zu erzielen, hängt alleine von den Fähigkeiten unserer Umsetzung und dem Einhalten von Lerngesetzen ab.

Welche Art der Motivation wir für das Erreichen unserer Ziele in Zusammenarbeit mit dem Hund einsetzen, ist eine Frage der

  • Fairness,

  • der persönlichen Einstellung und

  • der gewünschten Beziehung zum Hund.

Leider wird zu häufig die Form der "Meidemotivation" benutzt, da sie auf den ersten Blick „schnell wirksam“ wirkt. Auch findet man diese Form der Motivation oft im Medienbereich wieder, da hier spektakuläres Auftreten einfach mehr Einschaltquoten bringt. Tatsächlich jedoch findet bei genauerem Hinsehen und fachlicher Interpretation nur eine Hemmung des Verhaltens statt. Auch findet kein „gewünschter Lernprozess“ statt, denn der Hund lernt nur „etwas zu vermeiden“, aber nicht, was wir eigentlich von ihm sehen möchten bzw. erwarten.

Die Motivationsform die beim Hund ein Meideverhalten auslöst, findet aus o.g. Gründen in meinem Training keinerlei Anwendung, da ich die Gefühle jedes einzelnen Individuums respektiere und sich dies nicht mit meinen ethischen Grundsätzen im Umgang mit Lebewesen deckt.