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Ich habe verstanden.

Fallgeschichte Ressourcenverteidigung

Mein Hund, ein Belgischer Schäferhund,  kam aus dem Tierschutz und hatte extrem schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.

 

Mir war bekannt, dass er in seiner Vergangenheit bereits mit 7 Monaten ein Kind gebissen hatte.

Mit meiner jetzigen Erfahrung vermute ich, dass es sich um Ressourcenverteidigung gehandelt hat, da dies offenbar ein bekanntes Problem bei der Rasse ist und dieses Verhalten bei ihm auch extrem stark ausgeprägt ist.

Dadurch, dass er in den ersten Lebensmonaten durch den Aufenthalt im Tierheim wenig bis keinen Besitz hatte, waren "ergatterte Besitztümer" umso wichtiger für ihn!

Eines Tages als wir uns noch nicht lange kannten, wollte ich mit ihm das Bringen von Gegenständen üben. Ich wählte dazu einen kleinen Futterbeutel mit Inhalt! Exakt drei mal konnte ich es üben! Das erste Mal lief er von mir weg, weshalb ich ihm hinterher ging und ihm den Beutel einfach abnahm!

Das zweite Mal stellte ich mich so, dass er bei einem Transport auf seine Decke an mir vorbei musste und grabschte einfach nach dem Futterbeutel, um diesen zu erhalten!

Bis zu diesem Augenblick war ich noch immer der Meinung, dass "er" das Spiel einfach noch nicht verstanden hatte.

Tatsächlich arbeitete er bereits an einer Lösungsstrategie!

ressource

 

Als ich den gleichen Ablauf ein drittes Mal versuchen wollte, lief er geschickt an mir vorbei, setzte sich auf seine neue Decke mit dem Rücken zur Wand und legte den Futterbeutel vor sich ab.

Erfreulicherweise funktionieren bei mir wohl noch die Reflexe, die "Gefahr" erkennen lassen in mir, denn ich spürte, dass wir uns hier nicht mehr auf normalem Terrain befanden! Wohl wissend, dass sein Ausdrucksverhalten nichts gutes bedeutet, bewaffnete ich mich mit einer "Eisenzange, die neben dem Kamin lag" und wollte "die Beute" damit wegpflücken.

Wäre nicht auch mir das alte Märchen von "man darf keine Angst zeigen und muss sich durchsetzen" durch den Kopf geschwebt, hätte ich einen cleveren Rückzug gemacht! Unwissend und dumm wie ich war, erkannte ich nicht die tatsächliche Gefahr, in der ich mich befand!

Mein Hund saß aufrecht, mit durchgestreckten Beinen, aufgepustertem Fell wie ein Papagei und hartem stechendem - fixierendem Blick vor mir. Er gab das dunkelste Knurren wieder, welches ich seitdem je wieder von einem Hund gehört habe! Trotzdem griff ich - vermeintlich geschützt durch die Eisenzange -  zu meiner Beute!

Welch fataler Fehler! Schneller als ich denken konnte, verbiss er sich mit solcher Vehemenz in der Eisenzange, dass ich sofort los lassen musste, um nicht ernsthaft beschädigt zu werden!

Wir lernten beide aus der Erfahrung! Er lernte, dass man sehr deutlich werden muss, um Menschen Hundeetikette beizubringen.

Ich lernte, dass Provokation nicht der richtige Weg sein kann! Hätte ich ihm in dieser Situation sogar noch "offensiv gedroht", wie man es ja sogar noch manchmal von seltsamen Trainern hört, hätte er vermutlich sogar mich selbst schwer angegriffen!

 

Nachdem dieses Verhalten so stark in ihm verankert war und er außer dieses eine Mal eigentlich auch sonst nicht vorher knurrte, sondern sein Weg gleich zubeißen war! War es ein sehr langer Weg, hier Vertrauen aufzubauen!

Wohl durchdachte Trainingsschritte haben inzwischen erreicht, dass er mir auch besonders wertvolle Beute liebevoll "zeigt" und in die Hand gibt! Seine Ressourcen muss er nicht mehr verteidigen!

Trotzdem er bestimmte Rituale gelernt hat, ist es wichtig zu wissen, dass die unter dem Kapitel Ressourcenverteidigung genannten Hunderegeln immer beachtet werden müssen. Wir haben inszwischen auch sogenannte Trigger (Auslöser) für seine Ressourcenverteidigung bearbeitet, was bedeutet, dass er auch in solchen Situationen vermutlich nicht mehr ernsthaft zubeißen würde, aber sicher kann man hier niemals sein!

Flashbacks könnten auch hier z.B. unter extremen Stressbedingungen das alte Verhalten wieder auslösen!

Um das Video nicht unnötig in die Länge zu ziehen, habe ich den vorderen Teil entfernt. Man konnte aber deutlich sehen, dass er noch immer seine Umwelt genau beobachtet. Bitte entschuldigen Sie den Krach des Fernsehers, der im Hintergrund lief, aber ich wollte die Kommunikation mit auf dem Video haben.

Ich helfe Ihnen dabei, Ihre Hausregeln verständlich zu kommunizieren, so dass beide Seiten gefahrlos damit umgehen können!  Ohne Druck! und ohne Vertrauensverlust!