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Ich habe verstanden.

Training mit Strafe

Deutscher Schäferhund im Platzkommando

Gerade beim Signal Platz ist es wichtig, dass ein systematischer Trainingsaufbau durchgeführt wird, damit der Hund entspannt liegen bleiben kann. So erkennen Sie, wie das Training aufgebaut wurde.

Trainingsaufbau über körperliche Bedrohung ist Strafe

Wird das Liegenbleiben über körperliche Bedrohung trainiert oder unbewusste Sichtsignale werden mittrainiert
- die später nicht wieder abgebaut werden-, ist ein zuverlässiges Liegenbleiben entweder nicht möglich

oder über den Trainingsaufbau mittels Strafen mit enormen Stress für den Hund verbunden.

Stress fühlt sich aber zum Einen nicht gut an und verringert außerdem die Lebenserwartung.

Auf dem linken Bild müssen die Trainingsschritte noch kleinschrittiger sein, damit der Hund zuverlässig weiß, was von ihm gewünscht wird. Ansonsten ist es möglich, dass der Hund aufsteht.

Rechts freut sich schon jemand auf seine anschließende Belohnung, der Hund ist entspannt.belgischer schäferhund mali

Da es mir außerordentlich wichtig ist, dass Sie erkennen, wie wichtig ein systematischer Aufbau mittels positiver Verstärkung unter anderem beim Signal "Liegen bleiben" ist, möchte ich Ihnen eine kurze Anekdote aus meiner Vergangenheit erzählen:

Ein Bekannter teilte mir eines Tages mit, dass "in Bayreuth eine Veranstaltung mit Hunden" stattfinden würde! Mehr konnte er mir nicht sagen! Ich stiefelte also euphorisch zum genannten Ort und war schon ein wenig traurig, da sich meine geplanten Termine so in die länge gezogen hatten, dass die Veranstaltung bereits ziemlich am Ende war. Aus diesem Grund musste ich auch keinen Eintritt mehr zahlen! Gott sei Dank, kann ich nur sagen, denn hätte ich für die Veranstaltung auch noch Geld bezahlten müssen, hätte ich definitiv meine gute Kinderstube vergessen!

Es handelte sich um eine hoch angesiedelte Meisterschaft in der Vielseitigkeitsprüfung, gezeigt wurde Schutzdienst und Unterordnung! Dadurch, dass die Eingänge offen waren, kam ich über einen Nebeneingang ins Gelände und wunderte mich über die unendlich vielen Kettenwürger, Stachelhalsbänder und Maulkörbe in allen Größen, die in Verkaufsständen feilgeboten wurden.

Tatsächlich war das aber nur eine kleine Vorbereitung, auf das, was ich gleich zu sehen bekam! Vielleicht eine halbe Stunde war ich in der Lage, den Teams bei der Unterordnung zuzusehen!

Für den Laien war das vermutlich ein beeindruckendes Bild! Die Hunde waren "perfekt gedrillt"! Alle Handlungen liefen so ab, wie sich die meisten Menschen eine "Hund-Mensch-Beziehung" vorstellen und evtl. auch wünschen würden! Seite an Seite, mit exakter Fußfolge, eben perfekte Harmonie, mal von dem exorbitant lauten Kommando-Gebrüll abgesehen, welches eigentlich das harmonische Bild wieder beeinträchtigen müsste!

Der Schwerpunkt meiner Beobachtungen lag allerdings nicht in der Bewunderung der roboterhaften Bewegungen, sondern im Studium der Körpersprache, des Stressverhaltens und des gesamten Ausdrucks der Hunde. Diese Bilder habe ich leider noch heute im Kopf!

Die Hunde waren so massiv gestresst, dass ich bis heute nicht begreife, wie oft man diese Scenen trainieren muss, damit der Hund in der Lage ist, unter diesem extrem hohen Stresslevel die Übungen exakt umzusetzen!

Die Körpersprache der Hunde zu sehen, machte mich wütend. Der Bereich Schutzdienst lief ähnlich ab.

Besonders fiel mir auf, dass diese  ausgebildeten Hunde, die es gewohnt waren unter großem Stress sich unterzuordnen, in dem Moment wo sie nicht auf dem Trainingsplatz waren, ausnahmslos an gespannter Leine (sogenannten Kurzführern), im starken Zug durch die Menschen auf dem gesamten Gelände geführt wurden!

Immer sorgfältig durch die Hundeführer bedacht, keinen direkten Kontakt mit den Zuschauern zu erhalten. Beim Training über Strafe lernen die Hunde, an bestimmten Örtlichkeiten, in bestimmten Situationen, bestimmte Abläufe zu tun, um Strafen zu vermeiden.
Was jedoch in "allen Situationen", z.B. gehen an lockerer Leine, gewünscht wird, lernen Sie dadurch nicht!

Zugegeben, Leinenführigkeit ist nicht immer einfach, laufen an lockerer leine

aber bei konsequentem Trainingsaufbau auch bei zwei Hunden durchaus zu schaffen,

wie sie nebenstehend gut sehen können.

Training im Fernsehen

Wer hier clever ist, und nicht unbedingt um "Einschaltquoten" im Bereich Entertainment mit Hunden ringt, sieht deutlich den großen Konflikt, den der Hund im Bild links unten hat und sollte seiner "Bitte um Distanz" nachkommen.

schäferhund signale distanzvergrößerungIch weiß aus eigener Erfahrung, wie stark Hunde mit sich kämpfen können, wenn es um die Bewältigung von Konflikten geht. Grundsätzlich versuchen Hunde, Konflikten aus dem Weg zu gehen, sofern man ihnen die Gelegenheit dazu gibt.

 

Auch im unteren Bild tut der Figurant (Person mit Beißarm) gut daran, den Hund zusätzlich mit der freien Hand zu fixieren! Unabhängig davon, ob der Hund nun über den sog. Schutztrieb oder auch über den sog. Beutetrieb ausgebildet wurde, befindet sich der Hund sehr nahe am Gesicht des Menschen.schäferhund schutzdienst

"Selbst" -Verteidigung des eigenen Felles

Bei der ersten Ausbildungsmethode hat er gelernt, "sein eigenes Fell" zu verteidigen, da wäre es ihm egal, wo er hinbeißt! Bei der zweiten Ausbildungsmethode hat der Hund einen "so hohen Erregungslevel", dass es schon mal passieren könnte, dass er nicht mehr so genau weiß, was er tut.

Halter von Belgischen Schäferhunden können da auch ohne vorherige Ausbildung oft ein Lied davon singen, wenn die Gedanken des Hundes mit der Erregung nicht mehr mithalten können. Daher ist es gerade bei Rassen mit schneller und hoher Erregung notwendig, den Schwerpunkt der Erziehung auf "Ruhe und Ausgeglichenheit " zu legen.

Bei manchen Rassen ist es schon schwierig genug, die Hummeln fliegen lassen zu können! Stecken Sie nicht noch "zusätzliche gefährliche Hummeln" in den Hund hinein, sonst hätten wir aus dem "Zauberlehrling" nichts gelernt.

Unbrauchbare Charaktereigenschaften für Schutzdienst

Vor einigen Monaten habe ich mich mit einer Züchterin unterhalten, die einen liebenswerten Rottweiler hatte. Dieser Hund war ein Paradebeispiel dafür, dass es auch "nette" Rottweiler gibt, wo diese Rasse ja so häufig einen schlechten Ruf hat.

Dieser Hund stammte nicht aus ihrem eigenen Wurf, da Sie selbst eine andere Rasse züchtete. Der Rottweiler war sehr ruhig, verschmust und zurückhaltend. Nicht annähernd der Draufgänger, den sie vermutlich gewollt hat.

Unglücklicherweise ist diese Frau so überzeugt und begeistert von Schutzdienst, dass dieser Hund eine komplette Ausbildung erhalten wird. Was bedeutet, dass - wenn der Hund nicht zur Ausbildung passt! Die Ausbildung eben an den Hund angepasst wird!

Traurig, unserem angeblich besten Freund so etwas anzutun!

Es würde mich freuen, wenn ich Sie mit den obigen Worten zum Nachdenken bringen konnte.

Vertrauen und Fairness sollten die Bausteine für das Zusammenleben mit unseren Hunden sein! Wahre Hundefreunde arbeiten weder mit körperlicher Bedrohung noch mit Leinenrucks, Treten oder ähnlichem Unsinn. Wenn mich Kunden beim Stadt oder Waldtraining bei entgegenkommenden fremden Hund-Mensch-Teams  darauf ansprechen, wie diese Hunde trainiert worden sind, freue ich mich, dass sie die Unterschiede inzwischen so deutlich erkennen und die Körpersprache der Hunde richtig lesen können.