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Ich habe verstanden.

Was ist Schutzdienst oder Schutzhundesport?

Schutzhund drohend - © Michael Ireland - Fotolia.de

Warum eine erlernte Aggression gefährlich ist und nicht in private Hände gehört..

Es handelt sich hierbei um einen angeblichen Sport, bei dem

einem vom Grundsatz her konfliktvermeidendem Lebewesen

wie unseren Hunden

beigebracht wird,

dass Konflikte nur durch einen Angriff nach vorne zu lösen sind.

 

 

Barbara Handelmann beschreibt diesen Zustand als:

"Auftrainiertes aggressives Verhalten"!

Aggressivität selbst, ist eine Motivation oder Antriebskraft, die darauf ausgerichtet ist, einen Konkurrenten zu eliminieren (Abrantes, 2005, S.44)

 

Der Schutzhundesport wird bereits seit dem Jahre 1906 betrieben und fühlt sich auch für Menschen mit kynologischem Sachverstand so an!

Zwar wurde der Begriff inzwischen in "Vielseitigkeitsprüfung" umbenannt, aber ich frage mich dennoch, wie in Zeiten der freien Marktwirtschaft, bei der alleine durch den Markt bestimmt wird, was produziert und konsumiert wird, derartig üble Folterwerkzeuge noch angeboten werden können, wenn sie doch angeblich keiner mehr braucht und kauft! Sollten Sie jetzt an meiner Aussage zweifeln, lade ich Sie gerne persönlich ein, einen Einblick in aktuelle Kataloge für Schutzhundesport zu nehmen.

Erfreulicherweise durfte ich einige Trainer kennenlernen, die sich inzwischen durch kynologische Fachkenntnisse komplett vom Schutzhundesport abgewandt haben, obwohl sie ursprünglich begeisterte Anhänger dieses Sportes waren.

Auch wenn Sportbegeisterte gerne behaupten, dass es wohl völlig überholt wäre, dass Hunde über den sog. Schutztrieb ausgebildet werden und ausschließlich über Beutetrieb gearbeitet wird, lohnt es sich, auch darüber nachzudenken.

Einerseits erwarten wir von Hunden, dass sie "gechillt" irgendwo in der Ecke liegen, andererseits drehen wir sie bewusst im Schutzhundesport über Beutespiele massiv nach oben, indem immer und immer wieder Jagdverhalten trainiert wird.

Die Sequenzen des Jagdverhaltens, die hier so leidenschaftlich trainiert werden, würde ein Jäger schlicht und ergreifend mit Packen und Töten beschreiben! Damit das Verhalten aber nicht so gänzlich aus den Fugen gerät, wird über enorme Impulskontrolle widerum daran gearbeitet, dass der Hund das Verhalten "ausschließlich kontrolliert" ausübt.

Impulskontrolle ist ein Verhalten, welches im Körper - bei vermehrtem Training - enormen Stress mit einem Rattenschwanz an körperlichen Reaktionen auslöst, die ebenso wie beim Menschen, sowohl gesundheitliche Probleme und unter Umständen auch ein kürzeres Leben nach sich ziehen können!

Während es während einer "wirklichen Jagdsequenz" für das Raubtier tatsächlich noch Sinn macht, dass der Körper durch die Ausschüttung von Stresshormonen für die Jagd noch leistungsfähiger gemacht wird, hat der Schutzhund weder die Gelegenheit durch längeres Hinterherlaufen der Beute, noch durch anschließendes "Kauen auf dem Figuranten", diese Stresshormone wieder langsam und vor allem natürlich abzubauen!

Durch regelmäßiges Schutzhundetraining entwickelt der Körper des Hundes unweigerlich einen unnatürlichen Überschuß des Langzeithormons Cortisol, da die Stresshormone in ein unnatürliches Gleichgewicht geraten und Woche für Woche zunehmen.

Das genaue Gegenteil von dem, was "Sport" eigentlich bewirken soll. Ketschen die Hunde dann pausenlos auf irgendwelchen Tennisbällen rum (um o.g. Stresshormone wieder loszuwerden!) oder haben Sie glasige Augen (Stresssignal!) kann man das natürlich mit viel Fantasie auch "Vorfreude" und "Beißwillen" nennen.

Lernen über Verknüpfungen

Bevor Sie zusätzlich weitere Informationen anderer Autoren erhalten, möchte ich noch wenige Inspirationen zum Nachdenken geben. Hunde lernen über Verknüpfungen bestimmte Dinge.

Der Hund sieht auf Entfernung, wie ein Mensch mit hohem Bewegungsreiz sich entfernt und sich wie Beute verhält. Wer kann sicher beurteilen, welche "Verknüpfungen" der Hund tatsächlich hat!?

Weder Beißärmel noch Menschen sind Beute und haben in privater Hand etwas verloren! Schlimm genug, dass Hunde im behördlichen Bereich offenbar unverzichtbar sind.

Und wer wirklich behauptet, die Hunde hätten " dauerhaft Spaß", dem sei empfohlen, sich mit Körpersprache auseinanderzusetzen. Schwanzwedeln impliziert grundsätzlich mal einen hohen Erregungslevel, die Emotion, die dahinter steht, kann unterschiedlich sein.

Besonders viel Spaß macht dem Hund vermutlich auch die unnatürliche steife Körperhaltung in der Fußposition, die 35 kg, die beim Beißen und Halten durch ein bisschen Nackenmuskulatur und Nackenband Hundekopf und Körper zusammenhalten und die Gelenkprobleme mit Schäden im Bewegungsapparat, die die Hunde bereits im besten Hundealter entwickeln.

A propos "kontrolliertes Verhalten"! Als kleinen Tipp kann ich Ihnen mitgeben, sofern Sie jemals das Vergnügen haben werden, von einem Schutzhund gehalten zu werden, zappeln Sie nicht rum, denn dann muss die "Beute" fester gehalten werden, was die Zähne tiefer in die Haut bohrt!

Erfreulicherweise gibt es keinen "Schutzkatzensport", denn Katzenartige entwickeln offenbar Verhaltensstörungen, wenn die Jagdsequenzen nicht bis zum Ende ausgeführt werden. Im Klartext bedeutet dass, wir müssten jedesmal einen Figuranten opfern, wenn wir mit unserer Raubkatze trainieren. Ein interessanter Gedanke!

Frau Ute Rott, eine Kollegin, die fleißig interessante Artikel schreibt, hat eine umfassende Beschreibung der Arbeit im Schutzhundesport verfasst, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Hier finden Sie den Link zu einigen Berichten im Zusammenhang mit Schutzdienst. Weiter unten ein einzelner Bericht von Ihr:

Umfassende Informationen aus dem Schutzdienst einer Insiderin.

Grundsätzlich existieren im Internet viele Videos zum Thema Schutzdienst, bei denen bei genauer Betrachtung die bereits mehrfach angesprochenen Probleme deutlich sichtbar sind.

Allerdings habe ich auf eine Verlinkung verzichtet, da damit die Interessen gegen eine faire, respektvolle Hundehaltung finanziert wird!
Sie möchten noch weitere Informationen zu diesem Thema!?

Dann kann ich Ihnen noch ein Video von der Ausbildung einer "Weltmeisterin" unter Ausschluss der Öffentlichkeit anbieten...
Die Einbindung dieses Videos erfolgt mir freundlicher Genehmigung von: © VIER PFOTEN International


 

Nachfolgend eine Zusammenfassung mit freundlicher Genehmigung von Ute Rott Website Ute Rott Forsthaus Metzelthin:

"Nehmen wir als Beispiel einen “Sport”, der in meinen Augen pure Tierquälerei ist: Schutzdienst oder VPG, wie es seit einigen Jahren heißt: Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde. Schutzdienst, Gebrauchshunde…. das sind ja schon mal interessante Begriffe. Wer wird hier geschützt, wer schützt hier wen und warum? Welche Hunde gebraucht man hier für was? Die allermeisten Hunde, mit denen man diesen “Sport” anfängt, versuchen, aus der Trainingsituation heraus zu kommen. Der Hund wird körperlich bedrängt, indem der Figurant ihm mit einer Beißwurst ziemlich aggressiv auf den Leib rückt. Der Hund ist angeleint und kann nicht weg, wenn er das möchte. Auch verbellen: “hau ab da!” und drohen (Zähne fletschen und knurren) nützt nichts. Da das ja “spielerisch” aufgebaut wird und der Hund nur verstehen muß, daß wir jetzt gerade spielen, wird solange weitergemacht, bis dem Hund nichts anderes übrig bleibt, als sich in der Beißwurst zu verbeissen. Dann wird er gelobt und das Bedrängen hört auf. Nach einiger Zeit ersetzt man die Beißwurst durch einen sog. Schutzdienstärmel und irgendwann ist dieser Ärmel am Arm des Figuranten. Und der Hund soll sich da verbeißen, und zwar richtig, so daß er richtig hängenbleibt, auch wenn er rumgeschleudert wird, alles ganz spielerisch. Komisches Spiel, oder? Wer solche Überlegungen gerne macht, der kann sich gerne mal in diesem Zusammenhang mit Begriffen wie “positive / negative Strafe” und “positive / negative Verstärkung” beschäftigen. Denn mit “positiver Motivation” hat das ja wohl eher nichts zu tun.
Zur Erinnerung: es handelt sich um einen Hund, dem als Welpen und Junghund beigebracht wurde, ja nie in einen Menschen zu beißen. Und jetzt ist das auf einmal ein Spiel. Und wie macht man das “spielerisch”, einem Hund die Beisshemmung abzugewöhnen? Und wie gehts weiter? Wenn der Hund im Ärmel hängt, muß er Schläge – ganz sanfte natürlich – mit einem sog. Softstock aushalten. Der Softstock ist ein flexibler Stock aus Kunststoff, der meist mit Filz oder Leder ummantelt ist. Wer meint, daß das nicht weh tut, wenn jemand damit rumdrischt, kann ja mal einen Menschenversuch starten. Manche der Stöcke sind auch aus Rohr, evtl. sogar mit 2-3 Rohren, ganz harmlos, wie gesagt. Kann mir mal einer sagen, was das hier für ein besonders nettes Spiel ist, bei dem Hund Schläge aushalten muß? Und das machen die Hunde echt freiwillig? Warum werden sie dann im Training aufgeschirrt wie sonst was? Kettenwürger, Stachelwürger, Knie in die Brust vom Figuranten, Peitschengeknall, nur gebrüllte Kommandos…. also das reinste Friedenscamp so eine Schutzdienstausbildung. - Foto wurde entfernt -

Das hier eingefügte Foto wurde im März 2009 im Nordkurier mit der Unterschrift “Motivation beste Basis der Ausbildung” veröffentlicht. Der abgebildete Hund ist kupiert, das ist schon mal verboten. Der Figurant hebt sein Knie, in das der Hund mit dem Brustkorb förmlich hineinfliegt. Er hat einen Ketten- und einen Stachelwürger, an dem eine Schleppleine befestigt ist, diese Leine hat sich um das Hinterbein des Hundes gewickelt. Wenn’s richtig “gut” läuft, wird der Hund nicht nur erwürgt oder handelt sich heftige Verletzungen am Hals ein, er bricht sich auch noch das Bein. Dazu kommt: der Dobermann ist in Brandenburg ein sog. “Liste-2-Hund”, mit dem lt. Hundeverordnung kein Training gemacht werden darf, das aggressiv macht. Und wenn jetzt – wie das in entsprechenden Auseinandersetzungen der Fall ist – jemand behauptet, solche Sachen wären die Ausnahme und würden nur von Leuten gemacht, die keine Ahnung haben und eben alles falsch und gar nicht “positiv” machen: es handelt sich um einen Bericht mit einem bekannten SchH-Trainer, der ein Seminar zum “richtigen, positiv aufgebauten Schutzdienst” gehalten hat. Das kann man zumindest dem entsprechenden Artikel entnehmen. Sieht man auch an dem Foto sehr gut, daß das alles rein spielerisch ist, das Training erfolgt ja auch über Motivation.Ja, sicher, die Frage ist nur welche. Man kann getrost davon ausgehen, daß dem Hund sehr unerfreuliche Dinge drohen, wenn er bei diesem Spiel nicht mitmacht, z.B. ein ordentlicher Ruck am Stachel. Um das zu vermeiden, geht er eben nach vorne. Außerdem ist der Druck, der schon während des Trainings permanent herrscht so groß, daß er irgendwann wie auf Knopfdruck reagiert und keine andere Lösungsmöglichkeit für unerfreuliche Situationen kennt, außer: nach vorne gehen und zubeissen. Die Motivation, die hier die Hauptrolle spielt, nennt man “Meidemotivation”. Der Hund vermeidet das Unangenehme und versucht dem Druck auszuweichen. Ein richtig schönes Spiel und ganz sicher völlig gewaltfrei.Wäre es da nicht ehrlicher, als Motto für solche Trainings und “Ausbildungen” zu sagen: Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt? Und wäre es nicht längst an der Zeit, klar zu machen, daß Gewalt nur wieder Gewalt erzeugt, Druck wieder Druck…. daß man hier eine Spirale in Gang setzt, die mit Sport und freundlichem Umgang mit Hunden nichts, aber auch gar nichts zu tun hat?... Bericht von Ute Rott – Forsthaus Metzelthin (Teil 2): Auf den letzten Artikel, der sich mit dem Thema Schutzdienst befasst hat, kamen besonders über Facebook viele Reaktionen, in denen schon fast verzweifelt darauf hingewiesen wurde, daß man das doch alles auch richtig nett machen könne, daß Schutzdienstein reines Spiel sei und die Hunde sehr viel Spaß daran hätten. Außerdem bestünde VPG ja nicht nur aus Schutzdienst sondern auch aus Unterordnung und Fährte, und das ist doch alles ok, oder? Jetzt habe ich ein paar interessante Hilfsmittel gefunden, die mir diese Argumente immer unglaubwürdiger erscheinen lassen. Sollte man nicht vielleicht doch mal darüber nachdenken, daß man vieles von dem, was im Schutzdienst gefordert wird, wie Fährte, Gehorsamsübungen, Apportieraufgaben oder auch Zerrspiele mit einer Beißwurst betreiben kann, ohne den Hund zu aggressievem Handeln zu nötigen? Und ohne Druck und Zwang auszuüben? Denn wenn das alles so easy wäre, warum hat man dann Ausrüstungen nötig, wie ich sie nachfolgend beschreibe?Ein neues Hilfsmittel zum Hundetraining für Schutzdienst ist eine Drahtschlinge, Durchmesser 6 mm, die folgendermaßen angepriesen wird: “Schonendes (!) Hilfsmittel zur Erzeugung von Meideverhalten. Hohe Effektivität bei der Disziplinierung führeraggressiver und hysterischer Hunde. Starke Unannehmlichkeit durch stumpfen Zwang im gespannten Zustand. Selbst entspannend bei nachlassendem Zug. Keine reizenden Faktoren wie Stachel, daher zuverlässiges Meideverhalten.” Dann gibt es seit neuestem auch Fährtengeschirre, die am Brustgurt zwei scharfe Dornen befestigt haben, die als “Ausbildungshilfe” bezeichnet werden. Sie sind abnehmbar, immerhin. Wer schon mal beim Training im Schutzdienst zugesehen hat, wird feststellen, daß die Hunde aufgeschirrt sind wie Zugochsen: Kettenwürger, Stachelwürger, Brustgeschirr, lange und kurze Leinen, die in der Regel an den Würgehalsbändern befestigt sind. Man braucht gar kein Teletackt, das natürlich trotzdem häufig genug zum Einsatz kommt, um dem Hund nachhaltigen gesundheitlichen Schaden zuzufügen. Es gibt Leinen, die sind am Figuranten und am Hund befestigt, so daß man den Hund hinziehen kann, wenn er nicht von allein hingeht….. und keiner fragt sich, warum der Hund das nicht möchte… Auch Peitschen, Softstöcke, alle Varianten von Stachelwürgern hübsch getarnt mit Leder und netten Tüchern, kommen zum Einsatz.Wenn man mit Menschen diskutiert, die Schutzdienst mit ihren Hunden betreiben, hört man so gut wie immer das Argument: “Wir arbeiten nur über den Beutetrieb, das ist alles nur Spiel.” Und ganz wichtig: wenn der Hund durch das Training tatsächlich überraschenderweise aggressiv oder gar unberechenbar wird, dann war das Training garantiert falsch aufgebaut. Sieht man jetzt mal davon ab, daß es schon ein merkwürdiges Spiel ist, wenn einem Hund nach sorgfältig aufgebauter Beisshemmung beigebracht wird, in einen menschlichen Arm zu beissen und auch festzuhalten, wenn auf ihn eingeschlagen und er herumgeschleudert wird, und daß sich irgendwie wohl kaum jemand Gedanken macht, warum denn ausgerechnet hier so dermaßen viel schief laufen und schlecht trainiert werden kann, dann sollte man sich doch wenigstens folgende Fragen stellen:- Wozu benötigt man für Spiel und Spaß ein “Hilfsmittel zur Erzeugung von Meideverhalten”?- Es gibt jede Menge TrainerInnen, die Mantrailer- und / oder Jagdhunde ohne Dornen am Brustgeschirr ausbilden. Wozu brauchen das dann die Schutzdienstler? Erhöht das die Arbeitsbegeisterung der Hunde?- Warum ist es notwendig, einen Hund mit allen möglichen Zwangsmaßnahmen dazu zu bringen, dieses unglaublich lustige Beutespiel mitzumachen?- Wenn Hilfsmittel wie diese Drahtschlinge notwendig sind, um einen Hund zu disziplinieren, sollte man dann nicht das Training hinterfragen?- Warum wird ein Hund “führeraggressiv”? Ich arbeite ja auch schon ein paar Wochen als Trainerin und habe seit einigen Jahrzehnten Hunde. Aber noch nie habe ich erlebt, daß ein Hund einfach so “führeraggressiv” wird.Das sind nur einige Fragen, es gäbe noch viel mehr. Denn die Antworten, die man bekommt, erzeugen Fragen am laufenden Band. Eine Antwort auf die Frage, warum man mit einem Hund überhaupt Schutzdienst machen soll, ist – außer daß es den Hunden total Spaß macht: “Ist doch nicht schlecht, wenn mein Hund mich verteidigen kann.” Aha, wie interessant. Und ich dachte, es handelt sich um einen netten Freizeitspaß. Ja, ich weiß, sehr viele Schutzdienstler distanzieren sich von solchen Aussagen. Aber wirklich nur Leuten wie mir gegenüber oder auch öffentlich in ihrem Verein oder in einschlägigen Foren oder Netzwerkgruppen? Mal ganz im Ernst: wo lebt jemand, der solche Sachen sagt und denkt? In Syrien oder Afghanistan? Ich lebe seit meiner Geburt in Deutschland, Mitteleuropa, und mir ist nicht bekannt, daß der Aufenthalt hier besonders gefährlich wäre. Ca. 15 Jahre meines beruflichen Lebens habe ich im Außendienst verbracht, und Wunder über Wunder: ich hab’s nicht nur überlebt, es gab nicht einmal ansatzweise die Notwendigkeit mich zu verteidigen, ganz zu schweigen davon, daß ich meistens ohne Hund unterwegs war und nie im Leben auf die Idee käme, meine Hunde in menschliche Auseinandersetzungen einzubeziehen.Zum Abschluß noch ein Punkt: wer meint, er könnte mal so eben seinen ausgebildeten Schutzhund, den er mit allen möglichen Würgern, Drahtschlingen und anderen Nettigkeiten zur hochaggressiven Zeitbombe gemacht hat, mit “bleiben Sie stehen oder ich schicke den Hund – voran!” im Alltag jemandem hinterher schicken, der sollte sich mal ein bißchen mit der Rechtsprechung in diesem Lande befassen. Selbst wenn meine Hunde einen Einbrecher auf unserem Hof zu fassen kriegen und ihm die Hose zerreißen oder ihn am Ende sogar verletzen, habe ich eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals. Ob zu Recht oder nicht spielt keine Rolle. So ist die Rechtsprechung. In einem der friedlichsten Länder der Welt Hunde zu Waffen auszubilden, sie zu würgen, zu schlagen: auf Deutsch zu foltern, damit sie das tun, was Mensch sich einbildet, kann nicht viel mit Spiel und Spaß zu tun haben."